DET VAR GØY! ÅLTØNÅS DEERNS BEIM NORWAY CUP IN OSLO – TEIL 1

 In 2. C, Allgemein, Norway Cup

Det var gøy – das heißt so viel wie: Leute, war das toll! Wie toll aber diese Auswärtsfahrt nach Oslo wirklich war, das können Worte selbst auf Norwegisch allein nicht beschreiben. Deshalb hat der Betreuer einer weitgereisten Deerns-Mannschaft von Altona 93 hunderttausend Fotos aus seinem Handy geschüttelt und an diese schöne Pinnwand hier genagelt. Die Reise zum Norway Cup in Oslo in den Schlusstagen der Sommerferien – sie war das letzte große Abenteuer des 2006er Jahrgangs als 1. D-Mannschaft. Mittlerweile hat das Team von Coach Jay ein kostenloses Upgrade erfahren, man spielt heute als neu formierte 2. C-Deerns. Doch einmal noch wollen wir zurückschauen. Mädels, schnappt Euch eine Limo, ein paar Zimtschnecken und sorgt für ein stabiles WLAN. Wir stellen uns nun gemeinsam vor: Die Sonne lacht, und zwar mit heißem Atem. Es ist richtig heiß in Norwegen, heißer als in Spanien oder in der Wüste Sahara. Weiße Federwolken schmücken den hellblauen Himmel. Möwen kreischen, der Fjord schillert und glitzert in der Morgensonne. Es ist Ende Juli, ein Samstag, kurz vor zehn Uhr morgens. Die Fähre läuft in den Hafen von Oslo ein. Das größte Fußballturnier der Welt wartet. 1800 Mannschaften aus 40 Nationen werden weit mehr als 5000 Spiele auf rund 100 Feldern spielen. Und mittendrin: zehn Spielerinnen von Åltønå 93. Es wird die schønste Wøche ihres jungen Fußballerinnenlebens. Førzå!

The only way is up – rund 700 Kilometer muss eine Möwe von Hamburg aus in den hohen Norden fliegen, um Oslo zu erreichen. Ein Deern von Altona 93 hingegen legt 1215 Kilometer – oder besser: 656 Seemeilen – zurück, um von Kiel aus nach 20 Stunden Fahrt mit der großen Fähre in Norwegens Hauptstadt den Fuß an Land zu setzen. Dort findet in den letzten Tagen der Hamburger Sommerferien das größte Fußballturnier der Welt statt, der Norway Cup. Und Altona 93 ist dabei!
So fängt alles an: Die Herren von Altona 93 machen im letzten Relegationsspiel gegen Heide am 26. Mai mit einem 1:1 den Aufstieg in die Regionalliga klar, die D-Deerns sammeln für ihr bevorstehendes Auswärtsabenteuer. Ein hübsches Sümmchen kommt zusammen. Danke an alle AFC-Supporters, die mit ihrer Spende eine einzigartige Woche unterstützt haben!
An dieser Stelle muss nun leider ein Ohrwurm platziert werden. Ready? One, two, one, two, three, four: Eine Seefahrt die ist lustig, eine Seefahrt, die ist schön, denn da kann man fremde Länder, und noch manches andre sehn. Hol-la-hi, hol-la-ho, Hol-la-hi-a hi-a hi-a, hol-la-ho… Ja, diese Seefahrt ist wirklich schön. Sonnenuntergang, Pizza-to-go unter freiem Himmel, neue Ausgehjacken dank eines freundlichen Sponsors (Lars rules!) – Luna, Lily, Ana-Luisa, Tale, Emilia, Lina, Maj, Ella und Louise sind gutgelaunt und aufgeregt wie Jungmöwen beim ersten Rundflug. Es fehlt noch Jonna, die von ihren Eltern aus dem Skandinavienurlaub direkt nach Oslo gebracht wird.
Da wacht man morgens auf, schaut aus dem Bullauge seiner Außenkabine – und draußen zieht Norwegen vorbei. Am nördlichen Ende des 118 Kilometer langen Oslofjords liegt, kaum überraschend, Oslo. Um 10 Uhr ist das Ziel erreicht, und manch Deern fragt sich, ob man nicht aus Versehen nach Afrika oder so gereist ist: Bereits jetzt am Morgen ist es gefühlt und leider auch real fast 40 Grad heiß.
Platz ist vor der kleinsten Hütte: Blick über den Oslofjord von Bord der Fähre – und was sehen aufmerksame Altonaer Deerns natürlich sofort? Einen Fußballplatz, bespielt von entweder sehr großen Möwen oder sehr kleinen Schafen. Genau kann man es in der flirrenden Morgensonne nicht erkennen.
Zum Auftakt des Turniers laufen alle Mannschaften ins extra aufgebaute Stadion ein. Das Team von Altona ist mit eigenem Fan-Banner angereist: Spielerinnen-Vater Lukas hat in der heimischen Adolf-Jäger-Kampfbahn ein Graffito abfotografiert und auf Lkw-Plane drucken lassen. Ganz großes Kino. Dank auch an den unbekannten Graffiti-Künstler, Dein Werk ist jetzt weltbekannt von Tromsø bis nach Jerusalem. Der Norway Cup wird übrigens in einer Region von Oslo veranstaltet, die sich Ekebergsletta nennt. Das ist ein Gras bewachsenes Hochplateau auf dem Ekeberg im Südosten der Stadt. Bis 1950 wurde hier Getreide angebaut. Und noch früher, 1926, landete hier oben der berühmte Polarforscher Roald Amundsen für einige Stunden mit seinem Zeppelin „Norge“, bevor er sich auf Weg zum Nordpol machte und als erster Mensch das ewige Eis zwischen Europa und Amerika überflog. Seit 1972 aber ist das Plateau alljährlich Spielstätte des Norway Cups.
Altonas Deerns vor dem ersten Spiel am frühen Sonntagabend auf der Treppe des Schulgebäudes, in dem das Team eine Woche auf Luftmatratzen schläft. Man ist für das Neunerfeld des 2006er Mädchenjahrgangs gemeldet. Das bedeutet: 75 Mannschaften, verteilt auf 18 Vierer- sowie einige Fünfergruppen. Darunter 70 Teams aus Norwegen, eins aus Schweden, drei aus Deutschland (eine Regionalauswahl aus Moosinning in Bayern sowie TuS Felde aus der Nähe von Kiel) und eine Mannschaft aus Palästina, die Jerusalem Girls. Coach Jay, das ist zu sehen, ist schon vorm ersten Anpfiff stolz auf seine Deerns. Und die sind, das interpretieren wir einfach mal proaktiv in die lachenden Gesichter hinein, stolz auf ihren Coach. Weil Herr Lehrer Wiese nämlich eine Woche der Sommerferien freiwillig in einem Klassenraum schläft…
Altona geht perfekt ausgerüstet ins erste Spiel gegen Lyn Fotball BLÅ, einer der ältesten und erfolgreichsten Clubs aus dem Großraum Oslo, der gleich mit mehreren Mannschaften antritt, so auch mit Team BLAU – BLÅ. Was aber soll Altona schon passieren, wo man doch seine eigenen Ultras samt Banner dabeihat? Jule und Ilka jedenfalls machen in jeder Hinsicht eine gute Figur: Gebt mir ein A, gebt mir ein L, gebt mir ein T…
So ganz perfekt ausgerüstet ist man dann leider doch nicht – auf dem recht langhalmigen Rasen rutschen die Deerns wie junge Rehe auf einem zugefrorenen Waldsee – und das bei noch immer weit über 30 Grad Plus. Okay, fragwürdige Bildsprache. Nun, das Spiel geht 0:5 verloren, obwohl Altona in der ersten Hälfte mehrere Großchancen durch Louise (hier im Zweikampf mit einer Lyn-Spielerin) und Emilia hat und den Gegner bereits erkennbar nervös gespielt hat. Doch ein unglückliches Eigentor, ein verschossener Elfmeter und nachlassende Kräfte in Hälfte zwei erlauben den solide spielenden Norwegerinnen einen eher schmeichelhaften Kantersieg vor der Kulisse eines kleinen Jahrmarktes samt Riesenrad. Am nächsten Tag werden neue Stollenschuhe gekauft.
Kein Wunder, dass die junge Umweltaktivistin Greta Thunberg aus Skandinavien kommt: 40 Grad im Schatten kurz vorm Polarkreis? Das kann nicht normal sein. Jedenfalls ein Gutes hat der Klimawandel: Unter den Sprühnebel-Außenduschen, die der Turnierveranstalter aufgestellt hat, kreischen und juchzen Mädels und Jungs aus allen Teilen der Welt gemeinsam – Völkerverständigung der nassen Zöpfe.
Die Reise nach Oslo ist Fußballauswärtsfahrt, Trainingslager, Sightseeing-Trip – und natürlich Ferienfreizeit. Noch am ersten Wochenende entern die Deerns eine kleine Fjord-Fähre, die sie zur Insel Langøyene in den Schären vor der Stadt bringt. Hier warten Sandstrand, Liegewiese, ein von alten Chinesen betriebener Hotdog-Frühlingsrollen-Imbiss – sowie natürlich ein Fußballplatz.
Jede Spielerin wird professionell fotografiert für das Norway-Cup-Diplom, das am Ende – unabhängig vom sportlichen Erfolg – überreicht wird. Hier lacht Ella vor der Tiptop-Naturrasentapete in die Kamera.
Allround-Talent Jule – Spielerinnenmutter, Trainergattin, Selbstmanikürexpertin, Teamfrisöse – hat vor dem zweiten Spiel alle Hände voll zu tun: Bauernzöpfe auf zehn Deernsköpfen flechten. Jeder Bauernzopf-Profi aber wird sofort erkennen: perfekte Fingerhaltung.
Das Resultat kann sich sehen lassen.
Im zweiten Spiel gegen das norwegische Team von Krødsherald ist klar: Ein Sieg muss her. Lina und Maj, die sich mangels etatmäßigen Tormädchens halbzeitweise im Tor abwechseln, zeigen: Heute lassen wir uns nicht den Schneid abkaufen. Das Spiel ist hart umkämpft. Lily erzielt das frühe 1:0, doch die Skandinavierinnen gleichen aus. Altona hat überhaupt nur eine Auswechselspielerin, bei je zwei Mal zwanzig Minuten ist das eigentlich zu wenig. Mit letzter Kraft schießen Louise und Jonna in den Schlussminuten der Begegnung das letztlich verdiente 3:1 heraus.
Der Mann hatte ganz offensichtlich sein Hobby gefunden: Gustav Vigeland muss in jeder Sekunde, die er nicht schlief, in seiner Werkstatt gearbeitet und Skulpturen aus Stein und Bronze gehauen haben. Anders ist das umfassende, mächtige Werk des berühmten norwegischen Bildhauers nicht zu erklären. Die Altona-Deerns besuchen den Vigelandpark im Westen der Stadt. Hier stellen unter freiem Himmel weit mehr als 200 lebensgroße Figuren alle Facetten des Lebens dar, Geburt, Liebe, Angst, Sehnsucht, Trotz, Freude, Trauer, Tod. Unglaublich, wie lebendig und auch zart ein großer Granitblock wirken kann. Altonas Luna und Ana-Luisa werden, ganz nebenbei, für wenige Momente Teil einer Skulpturengruppe, die offenbar Geborgenheit ausstrahlt…
Beliebt bei Touristen im Vigelandpark: Das Nachstellen der verschiedensten Figuren-Szenen für die Kamera. Hier imitiert mit beeindruckendem Kunstverständnis ein Deerns-Trio die in Bronze gegossene Mutterfreude.
Letztes Vorrundenspiel gegen Driv Idrettslag Fotball aus dem Umland von Oslo – hier das gemeinsame Après-Spiel-Foto. Die Ausgangslage in der Gruppe ist vertrackt: Alle vier Mannschaften haben nach zwei Spielen 3 Punkte, Altona ist wegen des schlechten Torverhältnisses Letzter. Mit einem Sieg aber könnte sogar der Gruppensieg erreicht werden. Ein Unentschieden wiederum würde nicht reichen, um als Erster oder Zweiter die A-Finalrunde zu erreichen. Das Wetter ist ausnahmsweise für einen Tag Old-school-skandinavisch: Es regnet. Die Norwegerinnen gehen 1:0 in Führung, Jonna gleicht aus, aber noch in Hälfte eins folgt der erneute Rückstand. Obendrein spielt Altona wegen einer Verletzung ohne Auswechselspielerin. Doch das Team kämpft. Jonna gleicht erneut aus, dann dreht Louise 3 Minuten vorm Abpfiff die Partie. Die Parallelbegegnung geht Unentschieden aus, Altona ist tatsächlich Gruppensieger und steht im A-16tel-Finale.
Geschafft! Gruppensieg! Am nächsten Tag wartet das 16tel-Finale. Erschöpft und glücklich marschiert das Team nach dem Abpfiff samt Einhörnchen Erna über den weitläufigen Ekeberg zur Massenspeisung. Es gibt Chili con Carne ohne Fleisch, was aber nur konsequent ist, am Tag zuvor wurde vegetarische Minestrone mit Speckstreifen serviert. Wen es interessiert, wie Altonas Abenteuer in Oslo weitergeht – bitte TEIL 2 des Berichts anklicken.

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