Auswärtssieg in den Harburger Bergen – 2. D klettert in der Tabelle!

 In 2. D, Allgemein

Sonne, Sommersprossen und Saisonsieg Nr. 2: Altonas 2. D Deerns gewinnen im traditionellen Sportpark Jahnhöhe mit 5:0 gegen die Mädels vom Harburger TB.

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Rudelbildung erlaubt: Coach Jay sammelt seine Deerns vor dem Anpfiff, um letzte taktische Details ohne neugierige Medienvertreterblicke zu klären.

Vielleicht werden sich die eine oder der andere erinnern: Erst vor einer Woche mussten wir an dieser Stelle vom Zwist zwischen Wettergott und Fußballgott berichten. Beide waren sich ja uneins gewesen, unter welchen klimatischen Bedingungen man im Frühling 2018 Fußballsport ausüben wollte. Das Resultat des göttlichen Streits ist bekannt: Schlammspiele in der Fango-Erlebniswelt am Trenknerweg. Immerhin dank Intervention des Fußballgottes mit versöhnlichem Ende für die 2. D Deerns von Altona. Denn die obsiegten gegen tapfer kämpfende Spielerinnen des ASV Bergedorf knapp mit 4:3. Ihre Trikots aber sahen am Ende aus, als seien ihre Trägerinnen zur Monsunzeit mit dem Fahrrad durch einen Mangrovensumpf gefahren, ohne Schutzblech am Hinterrad.

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„Ich glaub’ ich steh’ im Wald“ – in Harburg heißt das, man geht zum Fußball. In den 50er Jahren kaufte man hier Tickets für Erstligafußball, heute spielen am Sportplatz Jahnhöhe unter anderem die Fußball-Mädels groß auf.

So, wir mussten noch einmal zurückspulen, um die Ereignisse im Hier und Jetzt richtig einzuordnen. Denn Wetter- und Fußballgott haben unter der Woche ganz eindeutig die Friedenspfeife geschmaucht. Jedenfalls durfte nach Tief „Joi“ nun Hoch „Herbert“ ran am wohl schönsten Aprilwochenende seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Und während Herbert auch am Sonntag strahlend blauen Himmel über Hamburg ausbreitete und trotz Gewittervorhersage kein kleinstes Wölkchen Freigang am Firmament bekam, traten die 2. D Mädchen zum Auswärtsspiel in Harburg an. Die Spielerinnen der 1. D des Harburger Turnerbunds von 1865, kurz Harburger TB, hatten ja ihre ersten beiden Spiele der Saison verloren. Im Heimspiel auf dem Kunstrasen im alterwürdigen Ministadion Jahnhöhe (nun ja, auf dem kleineren Platz neben dem Hauptfeld) würden die Mädels von Trainer Aysin Aysan sicher alles geben, um endlich die ersten drei Punkte der Saison einzufahren.

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Exklusives Supergeheimfoto von Trainer Jay Wieses Taktikvorgaben: Rote Punkte spielen gegen gelbe Punkte.

Die Deerns von Trainer Jay wiederum wollten ihre Minimini-Serie aus einem gewonnenen Spiel gerne fortsetzen und gleich mal ein zweites Spiel in der Frühjahrssaison gewinnen. Das Stadion Jahnhöhe im Stadtteil Heimfeld liegt ungefähr einen Einwurf entfernt links neben der A7, am Rande der Harburger Berge. In der Nähe im Heimfelder Holz gibt es verwunschene Wanderwege und erhabene Weitsichtpunkte mit wohl klingenden Namen wie “Kaiserstuhl” oder „Majestätische Aussicht”. Der Zugang zum Sportgelände erfolgt zwischen alten Kassenhäuschen hindurch, auf denen heute noch, wie einst vor rund hundert Jahren, als die Sportanlagen der Jahnhöhe errichtet wurden, ein gemalter Schriftzug auf den „Turn- und Spielplatz“ hinweist. In den 50er Jahren des vergangenen Jahrhunderts pilgerten hier bis zu 6000 Zuschauer am Wochenende zu den Spielen von Harburg in der Oberliga, die damals noch die höchste Spielklasse war, so wie heute die 1. Bundesliga.

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Harburgs Tormädchen, gleichzeitig Spielführerin ihres Teams, hielt hervorragend, musste sich am Ende aber dem Sturm und Drang aus Altona ergeben.

Das ist natürlich schon zwei, drei Augenblicke her, und ganz so viele Besucher sind es am vergangenen Sonntag natürlich nicht. Doch Altonas Deerns – Ana-Luisa, Anna, Ella M., Ella W., Hannah, Lily, Lina, Louise, Luna, Maj, Mathilda und Mila – haben sich von reichlich Anhang in Hamburgs Süden begleiten lassen, Geschwister, Großeltern und Grandseigneur Fritz inklusive. Schiedsrichter Muhammad Abu-El-Ouf pfeift das Spiel um kurz vor 11 Uhr an. Ein frischer Wind weht, aber die Sonne steht hoch und heizt die Kunstrasenarena auf hochsommerliche Temperaturen. Altonas Tormädchen der ersten Halbzeit, Maj, hat zwar die Sonne voll im Gesicht, doch viel mehr als der Zugewinn von zwei bis drei weiteren Sommersprossen passiert hier zunächst nicht. Das Spiel findet von Anfang an hauptsächlich in der Hälfte von Harburg statt. Feines Passspiel zwischen Mittelfeld und Angriff, einige Abschlüsse aufs Tor, doch Harburgs Nr. 1 ist auf dem Posten – und als Spielführerin ihrer Mannschaft auch lautstark bemüht, ihre Abwehr zu sortieren (und vereinzelt daran zu erinnern, dass man sich besser nicht formvollendet die Fußballschuhe neu schnürt, während der Gegner sich dem Strafraum nähert…).

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Altona Spielführerin Lina hingegen organisierte mit ruhigem Fuß das Aufbauspiel ihres Teams.

In der 10. Minute wird Altonas Anfangselan belohnt: Lina zieht ab, Harburgs Tormädchen kann nur abklatschen, Louise vollendet zum 1:0. Im Gegenzug Harburgs erste Torchance, doch Maj lässt sich nicht überraschen, und die Abwehr um Ella W., Ella M, Anna und Mathilda (egal, wer gerade ein- und ausgewechselt wird) steht sicher. Und nur kurze Zeit später ein ähnliches Bild wie beim ersten Tor. Diesmal dribbelt sich Lily über links in den Strafraum, Harburgs Schlussmädchen ist da, kann den Ball aber nicht festmachen, Louise staubt ab zum 2:0. Das Spiel wogt nun hin und her, aber mit deutlichen spielerischen Vorteilen auf Seiten Altonas. In der 23. Minute ist es Louise, die nach Zuspiel von Lina von rechts eine hohe Flanke in den Strafraum schlägt, wo Mila mit dem Kopf ganz, ganz, ganzganzganz knapp am ersten Kopfballtor der Saison, ach was, der D2-Geschichte, vorbeischrammt. Der Ball geht nur um Millimeter drüber, schade. Harburg rafft sich auf, trägt den Ball in Richtung Altona-Strafraum, doch Maj kratzt den scharfen Schuss aus dem Winkel. Weiter Abschlag über die Mittellinie, Mila nimmt den Ball auf, düpiert die Abwehr und netzt zum 3:0 ein. Tolle Aktion, Halbzeit.

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Party im Mittelfeld: Altonas Lily bittet zwei Abwehrspielerinnen zum Tanz. Ihr Trick: Der Ball ist längst bei Stürmerin Mila, die kurz darauf einnetzt.

In der zweiten Hälfte steht nun Ella W. – per demokratischem Pausen-Entscheid dazu auserkoren – im Tor. Maj stürmt neben Mila und Louise. Und Mila macht, was eine clevere Stoßstürmerin eben so macht: den Gegner durch pausenloses Toreschießen verwirren. Bereits nach zwei Minuten erzielt sie mit einem schönen Fernschuss das 4:0 aus dritter Reihe, weitere fünf Minuten später dann das 5:0. Bei diesem Spielstand bleibt es, obwohl es noch eine Reihe schöner Chancen gibt: Maj knallt einen Distanzschuss knapp neben den Pfosten, dann zieht Luna ab, ebenfalls hauchdünn vorbei. Ana-Luisa wagt einen Kracher aus vierter Reihe, der über die Latte zischt. Apropos Latte: Kurz vor Schluss bekommt Altona einen Hand-Neunmeter zugesprochen. Als Schützin tritt Hannah an den Strafstoßpunkt, sie hat sich im Training beim Freistoß-Üben als sichere Schützin bewiesen. Hannah läuft an, Harburgs Tormädchen hechtet in die falsche Ecke, der Ball knallt so laut an die Querlatte, dass im Heimfelder Forst vor Schreck ein paar Eichhörnchen vom Baum fallen. Das ist Pech, beziehungsweise hätte ein Videobeweis sicher gezeigt, dass sich die Latte im Moment des Schusses leicht absenkte und so das 6:0 verhinderte. Der Platzwart der Jahnhöhe aber steht für eine Stellungnahme nicht bereit.

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Entschuldigung, da stimmt was nicht mit der Torlatte… Jede Intervention nach Hannahs Strafstoß-Kracher ans Aluminium wurde mangels Platzwart im Keim erstickt. Frechheit… Aber: Große Bewunderung für die perfekt sortierte Platzwart-Garage, Kunstrasenspezialmähdrescher inklusive.

Altonas 2. D Deerns stehen nach drei Spielen nun auf Platz 2 der vier Mannschaften zählenden Staffel, die mit Hin- und Rückspielen ausgetragen wird. Pinnebergs 1. D gewann parallel 6:1 gegen ASV Bergedorfs 1. D, so dass Altona sich mit nun 6 Punkten vorerst schön aus dem Tabellenkeller herausgearbeitet hat. Forza.

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Achtung, neuer Trend: Schatten-Selfie! Hier im Bild: Coach Jay ( rechts) und Berichterstatter.
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In Harburg wird seit 1910 Fußball gespielt, in jüngerer Vergangenheit auf Kunstrasen. Das Neunerfeld wird zudem mit 1A-gebrandeten Markierungshütchen abgesteckt.
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Alle Generationen im Ultra-Block von Altona vertreten: Trainer-Legende Fritz und Spielerinnen-Bruder Kalle.
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